Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks e. V.
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Neuer Weiterbildungskurs

Redaktion: Detail

Wirtschaftliche Entwicklung im Dachdeckerhandwerk

Bild: Pixabay

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Obwohl die Branche stark mit dem Einbruch des Wohnungsneubaus zu kämpfen hat und davon auch etliche Betriebe des Dachdeckerhandwerks betroffen sind, blickt der überwiegende Teil unseres Handwerkszweigs zu Beginn des Jahres 2023 dank anhaltender Nachfrage optimistisch nach vorn.

Blick zurück

Rückblickend sind im Jahr 2022 auf der einen Seite die Problemfelder Lieferengpässe und Materialverfügbarkeit nach und nach abgeklungen, auf der anderen Seite machten den Unternehmen die Preiszuwachsraten und Unsicherheiten bezüglich der gesamtwirtschaftlichen Lage zu schaffen. Das Dachdeckerhandwerk erzielte 2022 einen Gesamtumsatz von 12,95 Mrd. Euro, im Vergleich zu 2021 bedeutet das einen Zuwachs von 13,6 % oder 1,55 Mrd. Euro. Die Preissteigerungen bei wichtigen Baustoffen, Energie und Personal in noch nie dagewesener Höhe von insgesamt durchschnittlich knapp 20 % haben jedoch den Zuwachs komplett aufgefressen. Am Ende dürfte der Gesamtumsatz der Betriebe real um ca. 6 % gegenüber dem Vorjahr gesunken sein. Die durchschnittliche Anzahl an gewerblichen Arbeitnehmern im Dachdeckerhandwerk lag dabei 2022 um 1,4 % unterhalb der des Vorjahres. Die Ertragslage wurde von den Betriebsinhabern in unserer Jahresumfrage dennoch vielfach als gut bis zufriedenstellend angesehen.

Blick nach vorn

Die Zuversicht bezogen auf 2023 resultiert insbesondere aus der Erkenntnis, dass das Dach-deckerhandwerk maßgeblich an der von der Bundesregierung vorangebrachten Energiewende beteiligt sein wird. Denn für das Erreichen der gesteckten Klimaziele ist eine deutliche Zunahme der Maßnahmen bei der energetischen Gebäudesanierung und bei der Errichtung von Photovoltaik-Anlagen unabdingbar. Und hier liegen die Stärken des Dachdeckerhandwerks. In den Auftragsbüchern der Unternehmen macht sich das in höheren Beständen als zum selben Zeitpunkt des Vorjahrs bemerkbar. Bei abgeschwächten, aber immer noch vergleichsweise hohen Preissteigerungsraten könnte das Jahr 2023 für das Dachdeckerhandwerk einen weiteren nominalen Umsatzzuwachs zwischen 7 % und 10 % bringen. Auch die Anzahl der tätigen Personen könnte in diesem Fall knapp gehalten werden (- 0,5 %).

Politische Forderungen

Das Dachdeckerhandwerk wünscht sich für die Bauherren und für die Unternehmen bei den Förderregelungen mehr Verlässlichkeit und Dauerhaftigkeit. Die Unternehmen haben ihren Auftrag verstanden und bereiten sich in einer breit angelegten 40-stündigen Weiterbildungsmaßnahme, dem „Photovoltaikmanager im Dachdeckerhandwerk“ – ZDVH-zertifiziert, auf Gegenwart und Zukunft vor. Bundesweit werden bis Ende 2023 über 2.500 Betriebsinhaber und Mitarbeiter den Kurs absolviert haben. Eine Förderung derartiger Weiterbildungsmaßnahmen würde dazu beitragen, dass das Dachdeckerhandwerk die geforderten PS auch auf die Straße bringt.

Eine zweifache Fördermaßnahme könnte ebenso helfen: Neben der von 15 % erneut auf 20 % aufgestockten Förderung bei Dämmung der Gebäudehülle noch zusätzlich 25 % Förderung für Solaranlagen. Damit würde der Bauherr bei der Kombination Dämmung und Solar deutlich besser unterstützt als bisher, zumal es wenig Sinn macht, regenerativ erzeugte Energie durch schlecht gedämmte Fassade oder Dach wieder zum Fenster hinauszuheizen.

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