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Unfallgeschehen im Dachdeckerhandwerk

Bildquelle: H.ZWEI.S Werbeagentur GmbH - Fotograf: H. Hannemann

Bildquelle: H.ZWEI.S Werbeagentur GmbH - Fotograf: H. Hannemann

Angesichts der aktuellen Zahlen der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) zum Unfallgeschehen im Dachdeckerhandwerk wird deutlich: Es sind weiterhin massive Bemühungen notwendig, um die Unfallzahlen zu reduzieren. Die Zahl der insgesamt meldepflichtigen Arbeitsunfälle während der Monate Januar bis September stagniert mit 6.907 im Jahr 2019 und 6.903 Arbeitsunfällen 2020 zwar, ist aber trotzdem kein Ruhmesblatt. Dramatisch sieht es allerdings mit Unfällen der Kategorie 3 und 4 aus, also den schweren Unfällen. Darunter fallen tödlichen Unfälle, Unfälle, die ein Reha-Management erforderlich machen sowie solche, die eine Prognose der Arbeitsunfähigkeit von mehr als 112 Tagen haben. Hier bleibt die Zahl in diesem Jahr mit 846 Fällen auf einem weiterhin hohen Niveau (2019: 925). Und sogar angestiegen ist die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle: Gab es 2019 im Zeitraum Januar bis September sechs tödliche Unfälle, sind es 2020 schon acht.

Todesursache Durchsturz
Auffällig ist, dass von den acht tödlich verunglückten Dachdeckern in sieben Fällen ein Durchsturz nach innen (nicht gesicherte Lichtkuppeln oder Verglasungen) der Grund war, der achte Fall kam durch einen Leiterabsturz zustande. Zudem gab es zahlreiche schwere Verletzungen bei Leiterunfällen. Insgesamt gehören die Absturzunfälle zu den folgenreichsten Arbeitsunfällen der Baubranche.

Gründe für Absturzunfälle
Häufiger Grund sind fehlende oder mangelhafte Sicherungseinrichtungen an hochgelegenen Arbeitsplätzen. Ob beim Zugang vom Gerüst auf das Dach, beim Besteigen einer Leiter oder beim Arbeiten bei Wind und Nässe: Die Absturzgefahren an hochgelegenen Arbeitsplätzen sind vielseitig. Darauf hat die BG BAU nun aktuell mit einem zusätzlichen Prämienverfahren reagiert: Sie fördert Investitionen in sichere Arbeitsmittel mit bis zu 10.000 Euro, um Absturzunfälle zu vermeiden. Unternehmen können die Prämien jetzt noch für 2020 beantragen.

Hohe Zuschüsse auch für kleine Betriebe
Absturzrisiken können in jedem Unternehmen gesenkt werden. Auch kleine Betriebe mit wenigen Beschäftigten und geringeren Beiträgen können noch für das laufende Jahr 2020 hohe Zuschüsse erhalten, macht die BG BAU deutlich. Die neue Förderung wird unabhängig von der Beitragshöhe gewährt. Gefördert werden verschiedene Leitertypen, Kleinsthubarbeitsbühnen, Ein-Personen-Gerüste und vieles mehr. Insgesamt gibt es drei Förderstufen: Sich von der BG BAU beraten lassen, Gefährdungsbeurteilung besprechen und sich zum Arbeitsschutz und den lebenswichtigen Regeln des Präventionsprogramms BAU AUF SICHERHEIT. BAU AUF DICH. bekennen. Wer diesen Dreiklang erfüllt, hat ein Anrecht auf die erste Förderstufe mit Zuschüssen im Wert von 3.000 Euro. 5.000 Euro erhalten die Unternehmen in der zweiten Förderstufe. Sind alle weiteren Bedingungen erfüllt, wie zum Beispiel die Teilnahme an einem Seminar zum Thema Absturzprävention, können die Unternehmen in der dritten Stufe Förderprämien bis zu 10.000 Euro erhalten.

Jeder trägt Verantwortung
Durchsturz- und Absturzunfälle müssen mit geeinten Kräften vermieden werden. Und hier sind alle gefragt, denn abgesehen vom menschlichen Leid, schadet es dem Ansehen unseres Gewerks. Angesichts des Fachkräftemangels ein nicht zu unterschätzender Faktor. Sichere Arbeitsplätze sorgen für Vertrauen und Motivation bei den Beschäftigten, stärken die Verbundenheit und sind gute Argumente auf dem Arbeitsmarkt.

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