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Aktuelle Konjunkturlage im Dachdeckerhandwerk

Die Corona-Umfrage im April 2020 hatte schon vermuten lassen, dass das Dachdeckerhandwerk gut durch die Krise gekommen sei, wenngleich dies nur eine erste Momentaufnahme war. Eine aktuelle Umfrage zu den Auswirkungen der Pandemie bestätigt allerdings die positive Einschätzung, und auch nach einem Jahr „Corona“ steht das Dachdeckerhandwerk gut da.

Deutliches Umsatzplus für 2020
Weder bei den Umsatzzahlen noch bei der Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter gab es coronabedingte Effekte. So legte der Jahresumsatz im letzten Jahr um 7 % gegenüber dem Vorjahr zu und erreichte mit 11,4 Milliarden Euro eine stolze Summe (Vorjahr: 10,6 Milliarden Euro). Damit hat das Dachdeckerhandwerk vier Jahre in Folge Umsatzzuwächse erzielt. Auch bei den Mitarbeiterzahlen sind die Werte überraschend gut. Nach Angaben der SOKA-DACH waren 2020 im Dachdeckerhandwerk durchschnittlich rund 64.000 gewerbliche Arbeitnehmer beschäftigt, das sind im Vergleich zum Vor-Jahreszeitraum rund 500 mehr.

Privater Wohnungsbau ist Wachstumstreiber
Der private Wohnungsbau bleibt der wichtigste Pfeiler des Wachstums. Die Fertigstellung der klassischen Ein- und Zweifamilienhäuser zog 2020 kräftig an und könnte erstmals seit 2001 die Marke von 300.000 Einheiten „geknackt“ haben. Die Gründe hierfür sind zahlreich: gestiegene Sparquoten während der Corona-Pandemie, niedrige Bauzinsen, stabile Einkommen sowie das Baukindergeld. Der Umfang an Bestandsmaßnahmen im Wohnungsbau liegt vergleichsweise bereits auf einem hohen Niveau. Hier wirken sich bereits staatliche Fördermaßnahmen sowie verbesserte KfW-Mittel aus und sorgen für eine rege Bautätigkeit im Bestand, vor allem in den Bereichen Dämmung, Sanierung und Reparatur.

Die aktuelle ZVDH-Umfrage bestätigt diesen Trend: Rund 65 % der befragten Betriebe spüren eine verstärkte Nachfrage bei Maßnahmen zur energetischen Sanierung. Ganz oben auf der Wunschliste stehen dabei komplette Dachsanierungen, gefolgt von Dachdämmung, Austausch von Fenstern und Installation von PV-Anlagen. Aber auch die Beratung zu Fördermöglichkeiten wird nachgefragt.

Eher zurückhaltend war die Investitionsbereitschaft beim Wirtschaftsbau. Allerdings entfallen hierauf nur ca. 30 % der Erlöse der Dachdecker-Betriebe. Die Nachfrage nach Flachdachbauten ließ merklich nach und lag unterhalb des Vorjahresniveaus. Besonders betroffen waren die Fabrik- und Werkstattgebäude sowie das Segment Büro- und Verwaltungsgebäude. Bei den Handelsgebäuden lag einzig die Kategorie Lagergebäude durchgehend im Plus. Beim Öffentlichen Bau, mit etwa 13 % die Sparte mit dem niedrigsten Umsatzanteil, verlief die Umsatzentwicklung im Jahr 2020 wie erwartet dynamisch: Nach einem Umsatzplus von 11 % im Jahr 2019 dürfte die Sparte weitere 8 % zugelegt haben.

Ein Ausblick
Dachdeckerbetriebe, die auf Wohngebäudesanierung spezialisiert sind, werden sich weiterhin über volle Auftragsbücher freuen können. Insgesamt sollte die Ertragslage im Dachdeckerhandwerk 2021 zufriedenstellend ausfallen; immerhin melden 50 % der Betriebe Auftragsvorläufe von über vier Monaten. Im Bau- und Gebäudesektor liegt großes Potenzial, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Das Dachdeckerhandwerk wird hier positive Effekte aus dem Klimapaket 2030 spüren. Dazu zählen auch die verstärkten Anstrengungen der Bundesländer, Gründächer und PV-Anlagen verpflichtend einzuführen.

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