Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks e. V.
- ZVDH und ZVEH beschließen Kooperation bei Installation von PV-Anlagen-

 Gemeinsam die Energiewende voranbringen

Redaktion: Detail

Nachfrage nach Handwerkslehrstellen steigt gegen den Trend

Es gibt doch noch Traumberufe im Handwerk oder auf dem Bau. Trotz insgesamt sinkender Bewerberzahlen und Zehntausender unbesetzter Ausbildungsstellen werden dem Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) zufolge einige Berufe immer beliebter. Dazu zählen auch Handwerksberufe wie Fliesenleger, Dachdecker und Heizungsbauer oder Bauberufe wie Baggerfahrer oder im Tiefbau.

Es fällt auf, dass die genannten Berufe alle relevant für die Bewältigung der aktuell drängenden Fragen sind. So werden beispielsweise für die Erreichung der Klimaziele Dachdeckerinnen und Dachdecker für die Montage von Solarpaneelen benötigt, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnikfachkräfte für den Einbau von Wärmepumpen; Zweiradtechnikerinnen und -techniker werden für die Mobilitätswende gebraucht und Fachkräfte der Immobilienvermarktung und -verwaltung für die Bereitstellung von mehr Wohnraum. Und auch die weiteren Bauberufe werden für energetische Sanierungen im Bestand sowie beim Neubau klimaneutraler Gebäude benötigt.

Ursachen für die steigende Nachfrage

Die hier vorgestellten Berufe weisen gleich mehrere der folgenden attraktiven Merkmale auf, was möglicherweise dazu führt, dass sich Jugendliche häufiger als früher für diese Berufe entscheiden:

  • Mit Ausnahme der Zweiradtechnik weisen alle diese Berufe Fachkräfteengpässe auf und bieten damit ein hohes Maß an Jobsicherheit.
  • Zudem haben die Unternehmen in allen genannten Berufen ihr Ausbildungsplatzangebot in den letzten Jahren erhöht. Somit haben Ausbildungsinteressierte in diesen Berufen gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz.
  • Die Gehälter entsprechen – mit Ausnahme der Zweiradtechnik – in etwa dem Median für alle Berufe oder liegen darüber.
  • Die genannten Berufe haben sich insofern als krisenfest erwiesen, als in der Corona-Pandemie kein nennenswerter Einbruch bei der Beschäftigung stattgefunden hat.
  • Viele der hier genannten Berufe erfahren, nicht zuletzt durch ihre Relevanz für die drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimawende, Mobilitätswende und Wohnungsbau zurzeit eine Aufwertung. Dies könnte damit einhergehen, dass sie als sinnstiftend erachtet werden, was gerade für die Generation Z ein relevanter Faktor bei der Berufswahl sein kann.
  • Durch ihre gesellschaftliche Relevanz erhalten einige dieser Berufe aktuell eine verstärkte mediale Präsenz. Jugendliche lassen sich im Zuge ihres Berufswahlprozesses auch durch diese medialen Einblicke in Berufe und Fächer leiten (Keuneke et al., 2010; Weyer et al., 2016). Somit kann auch die Präsenz von Handwerkerinnen und Handwerkern in den sozialen Netzwerken, die Einsicht in ihren Berufsalltag geben und dabei über die Sinnstiftung ihres Berufs berichten, zur Berufsorientierung

Mehr zu den Inhalten der Studie gibt es hier: IW-Studie 2022

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