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Eine-Million-Dächer-Sanierungsprogramm

Eine-Million-Dächer-Sanierungsprogramm

Das Dachdeckerhandwerk ist schon seit jeher fleißiger Erfüller der Energiewende. Und die Zeichen stehen gut, dass hier nochmal richtig Fahrt aufgenommen wird. Der Steuerbonus für die energetische Sanierung sowie verbesserte KFW-Mittel haben unseren Betrieben schon einen deutlichen Auftragsanstieg beschert. Trotzdem liegt hier noch viel Potenzial brach. Dies zeigte bereits 2018 das Münchener Forschungsinstitut für Wärmeschutz (FiW) in einer Studie: Es ist durch Sanierung der Bestandsdachflächen möglich, die CO2-Emissionen im Gebäudesektor um bis zu 25 % zu reduzieren. Vor allem im Ein- und Zweifamilienhausbereich lagen zur Zeit der Studien-Erstellung 600 Millionen Quadratmeter Dachfläche nur im Mindestwärmeschutz oder ungedämmt vor. Weitere 1 Milliarde Quadratmeter entsprachen nur den energetischen Anforderungen der Wärmeschutzverordnung von 1977 bis 1984.

Die Kombi macht’s: Sanierung plus PV-Module
Um dieses Potenzial zu nutzen, sollte eine kombinierte Maßnahme der Dachsanierung mit der Installation von PV-Modulen forciert werden. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat dazu dem Redaktionsnetzwerk Deutschland ein klares Statement abgegeben: „Unsere Dächer können zu Kraftwerken werden. Unser Ziel sind eine Million neue Solardächer in den kommenden vier Jahren. Wir beginnen bei den Neubauten, öffentlichen und Gewerbegebäuden. Solar soll nach und nach zum Standard werden.“ (Quelle: rnd.de, 18.3.2021)

Bundesländer legen vor
Viele Bundesländern planen schon konkret den Ausbau der Photovoltaik, zum Beispiel will Schleswig-Holstein konkrete Klimaschutzziele in einem neuen Gesetz verankern, in dem unter anderem der Ausbau von Photovoltaik und mehr erneuerbaren Energien im Wärmebereich enthalten sind. Auch Hamburg hat die konkrete Umsetzung der Solardachpflicht für alle Gebäude ebenfalls beschlossen. Die Regelungen sehen u. a. eine PV-Pflicht ab 2023 auf allen Dächern im Neubau vor. Für Bestandsgebäude, bei denen das Dach erneuert wird, soll dies erst ab 2025 gelten. Die Einführung einer Solarpflicht für Eigentümer auf den Berliner Dächern von Wohn- und Gewerbegebäuden wird voraussichtlich für Neubauten sowie für Bestandsgebäude bei einer grundlegenden Dachsanierung ab 2023 gelten. Baden-Württemberg hatte 2020 eine Pflicht für Solaranlagen ab 2022 für alle neuen Nicht-Wohngebäude beschlossen. Die Bremische Bürgerschaft will bis 2030 auf allen Dächern Solaranlagen montiert sehen, für Neubauten und später bei großen Dachsanierungen soll das verpflichtend werden, auch im Wohnbereich. Bayern zog im Juli 2020 mit entsprechenden Plänen für neue gewerbliche Immobilien nach: Seit Anfang 2021 sind Photovoltaikanlagen dort verpflichtend – ab 2022 sollen dann private Wohnhäuser dazu kommen. (Quelle: haufe.de) Ein ausführlicher Bericht dazu ist hier abrufbar: Pläne der der Bundesländer

ZVDH beteiligt sich an neuer FiW-Studie
Konkret geht es um eine Potenzialuntersuchung der energetischen Dachsanierung auf Basis des Gebäudemodells Deutschland – Randbedingungen für die Umsetzung eines „Eine-Million-Dächer-Sanierungsprogramms“ bis 2025. Ein Ziel ist es, aus den Ergebnissen z.B. Handlungsempfehlungen für die Gestaltung der Förderprogramme zu geben und die Rolle der Gebäudesanierung für die Energiewende herauszuarbeiten. Derzeit formuliert der ZVDH gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und der Bundesvereinigung Bauwirtschaft (BVB) die Erwartungen des Bau-Handwerks für das Wahlkampfjahr 2021, dabei sind die Themen Klimaschutz, Energiewende und Nachhaltigkeit von besonderer Bedeutung.

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