Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks e. V.
- ZVDH-Podcast Folge 39-

Mach doch einfach!

- Weniger Neubau, bessere Förderung für energetische Sanierung und weniger Bürokratie-

So geht Energiewende

Redaktion: Detail

Bleierne Zeiten?

Bleierne Zeiten?

 

Über die gefahrstoffrechtliche Einstufung von Blei-Metall hatte der ZVDH bereits im Jahr 2018 mehrfach informiert. Hintergrund war, dass damals das REACH-Komitee Blei als reproduktionstoxisch Kategorie 1A eingestuft hatte. Mittlerweile ist diese Thematik in Europa weiter vorangetrieben worden, und Blei steht bereits auf der sogenannten Kandidatenliste. Diese Liste beinhaltet Stoffe, die sich grundsätzlich für ein Zulassungsverfahren eignen.

Entwurf der ECHA

Aktuell hat die ECHA (Europäische Chemikalienagentur) einen Entwurf veröffentlicht, der der Europäischen Kommission empfehlen soll, Blei als zulassungspflichtigen Stoff einzustufen. Das könnte bedeuten, dass die Verwendung nach einem bestimmten Datum an eine Ausnahmegenehmigung gekoppelt ist. Was das für die Verwendung im Dachdeckerhandwerk konkret bedeuten würde, kann in diesem Entwurfsstadium noch nicht gesagt werden. Grundsätzlich muss die ECHA in einem zweijährigen Turnus Materialien von dieser Kandidatenliste zur Aufnahme in den Anhang 14 der REACH-Verordnung vorschlagen.

Der letzten ECHA-Empfehlung, Bleiverbindungen in den Anhang 14 aufzunehmen, ist die Europäische Kommission nicht gefolgt. Wie sie entscheiden wird, ist ungewiss, da sich seit der letzten Empfehlung auch einiges getan hat. Zum einen schlägt die ECHA nun vor, Blei generell aufzunehmen. Und zum anderen hat sich auch in der europäischen Kommission laut des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) der Fahrplan auf „Null-Schadstoffe“ geändert. Gleichzeitig wurde die Überarbeitung der REACH-Verordnung angekündigt.

Stellungnahme des ZVDH

Der ZVDH hat bereits eine Stellungnahme an die ECHA formuliert, in der die Standpunkte des Dachdeckerhandwerks dargelegt und erläutert werden. So weisen wir darauf hin, dass der Werkstoff Blei nicht nur im Denkmalschutz, sondern auch in vielen anderen Bereichen ein wichtiger Werkstoff zur Funktionssicherheit von Dächern ist und mangels passender Alternativen zwingend weiterverwendet werden muss. Auch sollte berücksichtigt werden, dass Blei unbegrenzt recycelt werden kann und eine der höchsten Recyclingraten der Welt hat. In Deutschland werden etwa zwei Drittel der Bleiproduktion aus recyceltem Material gespeist. Zudem macht der ZVDH deutlich, dass im Dachdeckerhandwerk sehr verantwortungsbewusst mit dem Werkstoff Blei umgegangen und bereits in der Ausbildung die Verwendung damit – auch unter Berücksichtigung von Maßnahmen zur Arbeitssicherheit – geschult wird.

Das Verfahren sieht vor, dass die Agentur sich mit jeder Stellungnahme beschäftigen und der endgültigen Empfehlung für die europäische Kommission eine Bewertung beilegen muss.

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